Soziale Jungs Städteregion Aachen

Soziales Engagement von Jungs

Das Bedürfnis von Jungen, außerschulische Erfahrungen mit der Berufswelt zu machen, sich sozial zu engagieren und dafür Wertschätzung zu erleben, ist bei vielen bereits im Alter von 13 Jahren spürbar.

Noch ist die Gesellschaft jedoch weit davon entfernt, dass Jungen sich ganz selbstverständlich auch für soziale, pflegerische und pädagogische Berufe interessieren. Wenn sie es tun, stehen ihnen häufig Unsicherheiten über die Anforderungen bis hin zu handfesten Vorurteilen im Weg, obwohl hier gerade Männer sehr gute Berufsaussichten haben. Deshalb gilt es, das freiwillige soziale Engagement von Jungen zu unterstützen.

Freiwilligendienst mit Zertifikat

Im Rahmen des Projekts „Soziale Jungs StädteRegion Aachen“ engagieren sich Jungen ehrenamtlich in einer sozialen Einrichtung ihrer Wahl (zum Beispiel Altenheim, Kindertagesstätte, Offene Tür). Die Zielgruppe sind Förder-, Haupt-, Real- und Gesamtschüler im Alter von 14 bis 16 Jahren – insbesondere Jungen, die mehrsprachig heranwachsen und über interkulturelle Erfahrungen verfügen.

Über einen Zeitraum von sechs Monaten leisten die Jungen hundert Stunden Freiwilligendienst. Pädagogisch begleitet von männlichen Mentoren, übernehmen sie Aufgaben wie die Betreuung, Begleitung und Unterstützung von älteren Menschen oder engagieren sich in Einrichtungen für Kinder. Dadurch erhalten sie über einen längeren Zeitraum Einblicke in einen wichtigen Arbeitsbereich. Für ihr Engagement erhalten sie eine Aufwandsentschädigung und ein Zertifikat oder ein Praktikumszeugnis der Einrichtung.

Regionale Umsetzung eines Modellprojekts

Seit dem Start des Bundesmodellprojekts „Neue Wege für Jungs“ 2005 sind Kontakte zu einer Vielzahl von Netzwerkpartnern in der ganzen Bundesrepublik entstanden. Hervorzuheben ist der Kontakt zum Paritätischen Bildungswerk Bundesverband in Frankfurt am Main. Dort wurde das Projekt „Soziale Jungs“ entwickelt und 2005 an drei Standorten exemplarisch umgesetzt.

Bereits 2010 hat ax-o sein Interesse bekundet, die Projektidee auch in der StädteRegion Aachen umzusetzen. Fast zwei Jahre dauerte es, bis eine Anschubfinanzierung gesichert war, sodass das Projekt 2012 an den Start gehen konnte.